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Eltern sollen künftig die Schule für ihr Kind frei wählen können

Bisher ist es so, dass Eltern ihr Kind dort zur Schule anmelden müssen, wo ihr Wohnort ist. Das hat einerseits den Vorteil, dass lange Schulwege gerade für die Schulanfänger entfallen, aber andererseits auch den Nachteil, dass in einigen Schulen keine soziale und kulturelle Mischung der Schüler erfolgt. Im Moment ist es so, dass eine Schule in einer sozial schwachen Gegend auch fast ausschließlich Schüler aus einem sozial schwachen Elternhaus hat.

Da ausschlaggebend ist, wo das Kind und die Eltern zur Zeit der Schulanmeldung mit dem ersten Wohnsitz gemeldet sind, gibt es doch eine beträchtliche Zahl an Eltern, die sich und ihr Kind zum Schein ummelden, um an einer bestimmten Grundschule angenommen zu werden.

Dies soll in Zukunft anders werden. Der Bezirk Mitte hat dieses Jahr den Versuch gestartet, den Eltern die Möglichkeit zu geben, ihr Kind an jeder Grundschule des Bezirks anmelden zu können. Die kleinteiligen Einzugsbereiche sollen komplett abgeschafft werden. Zwischen Moabit, Wedding und Alt-Mitte soll es nur noch 10 sogenannte Sprengel geben. Innerhalb eines Sprengels befinden sich mindestens 5 Grundschulen an denen die Eltern ihre Kinder anmelden können. Dadurch entsteht eine weitgehend freie Schulwahl.

Erhoffen tun sich die Schulplaner von Berlin-Mitte dadurch eine soziale Durchmischung an den Grundschulen. Integrationspolitisch sei das sehr wichtig. Der Leiter der Vineta-Grundschule erhofft sich, dass in Zukunft sein Migrationsanteil von 92% verringert wird und mehr deutsche Kinder seine Schule besuchen. Auch türkischstämmige Eltern können ihre Kinder so an Schulen mit einem „besseren“ Ruf anmelden. Dadurch kann es natürlich auch passieren, dass an einigen der 40 Schulen eine besonders große Nachfrage entsteht. Dann wird nach folgenden Kriterien ausgesucht. Zum einen ob sich bereits Geschwisterkinder auf der Schule befinden, ob das Schulprofil von den Eltern gewünscht ist und ob der Schulweg eine besondere Härte für das Kind darstellt. Ansonsten entscheidet das Los.

Sollte dieser Versuch in Mitte gelingen, werden in Zukunft sicher auch andere Bezirke nachziehen. Für die Integration und das interkulturelle Leben ist dies sicherlich von Vorteil.




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Constanze Wein

Constanze Wein ist Mutter von 2 Kindern. Ihr Sohn besucht eine Grundschule in Berlin. Im Jahr 2004 entdeckte Sie das Bloggen für sich und gewinnt Erfahrung in der Umsetzung vieler eigener Projekte. Neben Suchmaschinenoptimierung, PHP- und Java-Programmierung sowie Frontendentwicklung, schreibt Sie eigene Texte und entwickelt neue Social-Media Strategien. Zurzeit ist Sie als Software-Entwicklerin in einem großen Software-Unternehmen tätig.

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