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Frühe Einschulung – Ja oder Nein?

Eltern stellen sich heute nicht nur die Frage „Wo soll mein Kind eingeschult werden?“ sondern vor allem auch „Soll mein Kind jetzt schon eingeschult werden?“. Immer wieder kurz vor der Anmeldung in den Grundschulen, fragen sich gerade die Eltern, der dann 5-jährigen, ob sie das Richtige tun.

Frühe Einschulung?

Die Debatte um eine frühe Einschulung geht wieder verstärkt los. Grundsätzlich haben Eltern das Recht einen Antrag zu stellen, dass ihr Kind noch um ein Jahr von der Schulpflicht zurückgestellt wird. Ob in der Praxis viel Rücksicht darauf genommen wird, ist allerdings fraglich. Nachdem 2005 beschlossen wurde Kinder eines Geburtsjahrganges in dem Jahr einzuschulen in dem sie 6 Jahre alt werden, wurde auch die Rückstellung mangels Schulreife abgeschafft. Im Januar 2010 wurde diese Regelung wieder gelockert nachdem gehäufte Berichte auftraten, dass unzumutbare Zustände in den Anfängerklassen und eine gehäufte Zahl von Patienten in Kinderpsychiatrischen Einrichtungen waren.

Schuleingangsuntersuchung

Bereits bei den Schuluntersuchungen des letzten Jahres sollte die neue Regelung berücksichtigt werden. Es liegen aber bisher keine Zahlen des Senats vor, wie viele Rückstellungsanträge es gegeben hat und wie viele Rückstellungen tatsächlich erfolgt sind.

Bei der Schuluntersuchung sind sechs Tests zur motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung von den Kindern zu absolvieren. Wer dabei eine bestimmte Punktzahl erreicht, wird für schulreif erklärt. Die körperliche Entwicklung des Kindes wird dabei nicht berücksichtigt. Gut entwickelte Kinder schaffen die Schuluntersuchung sehr leicht.

Kritiker geben auch zu bedenken, dass ein Antrag auf Rückstellung von den Eltern erfolgen muss. Gerade bei Eltern mit wenig Bildung wird selten auf einen Rückstellungsantrag zurückgegriffen, da viele davon nichts wissen. Und gerade diese Kinder sind es die es am ehesten betrifft. Ob ein Kind mit 5,5 Jahren schulreif ist liegt in den meisten Fällen in der Frühförderung. Ein Kindergartenjahr mehr oder weniger macht da nicht viel.

Ist euer Kind...

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Jedes Jahr auf’s Neue

Die Eltern sind zwar diejenigen, die ihr Kind am besten kennen und vielleicht auch am besten beurteilen können, ob es reif ist für die Schule, aber die Senatsverwaltung wird am Einschulungsalter nichts ändern. Solange keine konkreten Zahlen darüber vorliegen, ob und wie die frühe Einschulung sich auf die Entwicklung der Kinder auswirkt, wird die Debatte jedes Jahr aufs Neue heiß geführt werden. Man sollte allerdings auch bedenken, dass es in anderen Ländern mit der frühen Einschulung sehr gut funktioniert und Neuerungen nicht immer schlecht sein müssen. Trauen wir unseren Kindern doch auch einfach mal ein wenig was zu.




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Ines

Mein Name ist Ines und ich bin 38 Jahre alt. Ich lebe mit meiner 9-jährigen Tochter in Berlin. Sie besucht eine Montessori-Grundschule. Ich selbst habe Lehramt studiert und 2 Jahre an einer Grundschule unterrichtet. Heute arbeite ich zwar in einem anderen Bereich, bin aber immer interessiert an den Themen rund um die Schule, die Schulsysteme und sonstigen Dingen, die den…

1 Kommentar

  1. ich finde es verkehrt Kinder schon mit 6 Jahren zur Schule zu schicken- hier gehts doch längst nicht mehr um das Wohl des Kindes, denn in dessen Interesse steht in diesem Alter das Spielen und Toben. Kinder sollen Kinder sein dürfen und zwar so lange es geht! Hier gehts darum noch ein Jahr mehr und früher seine Arbeitsbienchen heran zu züchten!
    Wenn schon ein solcher Entschluss dann hätte man sagen sollen, dass alle Kinder prinzipiell mit Sieben eingeschult werden- für Kinder die besonders fit sind oder für solches von Ihren Eltern gehalten werden (denn die Eltern sind tatsächlich diejenigen, die das am besten beurteilen können da sie tagtäglich mit Ihrem Kind zusammen sind-zumindest normalerweise) könnte ja dann ein Antrag auf eine vorgezogenen Schulteintritt gemacht werden.
    Viel schlimmer ist es doch wenn ein Kind im ersten Schuljahr zurückgestellt wird- ob das nun nicht mehr „nicht versetzt“ heisst ist hier dann auch egal, denn das Kind bleibt sitzen, das ist ein Fakt- und das im 1. Jahr- das ist doch extrem demotivierend! ich kenne einen solchen Fall und alle Leute zerreissen sich das Maul darüber, dass das Mädel sitzen bleibt und sich wohl keiner darum kümmert und ob sie vielleicht eine geistige Behinderung hat…
    ich finde das alles sehr schlimm- aber wundern dürfte es mich eigentlich nicht, was läuft in unserem Land denn noch normal? Wenn schon die Menschen dafür bezahlt werden mit Ihrem Hinter zu Hause zu sitzen und Fern zu glotzen- und fürs nix tun mehr Geld kriegen als wenn Sie arbeiten gehen würden… was soll man sich da dann noch wundern!?
    Aber das ist meine Meinung!

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