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Keine Angst vorm Zahnarzt!

Gern zum Zahnarzt? Ja, es soll Kinder geben, die das tun: Gern zum Dentisten gehen. Oder denen es zumindest nichts ausmacht. Ebenso wie einkaufen gehen … Wie das funktionieren kann? Nun, als erstes gilt natürlich die altbekannte Weisheit: Lieber vorsorgen als nachsorgen. Sprich, eine konsequente, kindgerechte Zahnpflege vom ersten Zähnchen an, kann schon Vieles erleichtern. Denn ein Vorsorgetermin ist am schönsten, wenn man nichts Behandlungsbedürftiges findet.

Zahnpflege

Da die Zahnteufelchen, Entschuldigung den Zahnschmelz schädigende Bakterien, nun einmal Zahnbürste und –pasta fürchten, ist deren regelmäßiger Einsatz ein guter Helfer auf dem Weg zu stressfreien Zahnarztterminen. Denn Karies an Milchzähnen kann Schäden an den bleibenden Zähnen zur Folge haben. Der Teufel steckt im Detail: Karies im Milchgebiss verbreitet sich schnell im Mund. Somit können durchbrechende bleibende Zähne ebenso angriffen werden. Die Pflege der Milchzähne ist also keineswegs mit dem Argument, diese seien ja nur Platzhalter, zu vernachlässigen. Hier wird quasi der Grundstein gelegt.

5 Zahnpflegetipps für Kinder

  1. Häufiges Wechseln der Zahnbürste (2-3 Mal im Quartal)
  2. Mindestens zweimal täglich putzen.
  3. Ausgewogene und zuckerarme Ernährung
  4. Auch die Zunge reinigen, um Bakterien und Beläge zu entfernen.
  5. Mit Zahnseide werden die Zwischenräume gesäubert.

Nachputzen während der gesamten Grundschulzeit

Bitte nachputzen – auch größere Kinder sind noch nicht unbedingt in der Lage oder geduldig genug, so zu putzen, dass alle Beläge an jedem einzelnen Zahn entfernt werden. Also bitte zumindest einmal täglich nachputzen (Loben nicht vergessen). Zähne immer in derselben Reihenfolge (z. B. oben erst rechts, dann links, anschließend unten erst rechts, dann links) reinigen. So kommt jeder Zahn dran.

KAI-Zahnputzanleitung

Richtig putzen – am besten nach dem KAI-Schema. KAI steht hierbei für:

Kai Zahnputzanleitung

K = Kauflächen
„Hin und her, hin und her – Zähneputzen ist nicht schwer!“
A = Außenseiten
„Von Rot nach Weiß immer im Kreis!“
I = Innenseiten
„Wischen und Fegen bringt großen Kinderzähne-Segen“

Der erste Zahnarztbesuch

Am besten so früh wie möglich zum Zahnarzt gehen. Denn ist bei den ersten Zahnarztbesuchen nichts weiter als „Reingucken“ erforderlich, kann das Kind von Anfang an Vertrauen zum Zahnarzt aufbauen. Sinnvoll ist es, das Kind zum eigenen – unverfänglichen Zahnarztbesuch – mitzunehmen. Dann sieht es gleich, aha, passiert ja gar nichts weiter; alle Aufregung umsonst. Bestenfalls langweilt es sich bald.

Apropos Aufregung: Die eigene Anspannung überträgt sich schnell auf den Nachwuchs. Ist Ihnen selbst der Gang zum Zahnarzt unangenehm, scheuen Sie sich nicht, sich Unterstützung mitzunehmen. Eine ruhige vertraute Person kann Wunder wirken und dem Kind in Ruhe alle Fragen beantworten. Übrigens geben auch größere Geschwister oder ein mutiger Freund ein gutes Vorbild ab.

Weitere Tipps

  • Sprechen Sie über den Zahnarztbesuch. Manchmal kann auch ein (Bilder)-Buch gut helfen.
  • Trösten Sie nicht im Vorfeld. Ein „das wird dar nicht schlimm“ löst eher Ängste aus, als dass es beruhigt. Vielleicht bringen Sie Ihr Kind damit erst auf die Idee, dass es schlimm werden könnte.
  • Helden mitnehmen: Lieblingskuscheltier eingepackt? Das vertraute Spielzeug macht stärker, und kann unter Umständen sogar assistieren, indem es als erstes den Mund aufmacht.
  • Gehen Sie regelmäßig. Nehmen Sie die halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen wahr. Dann wird der Blick in den Mund zur Gewohnheit.

Was tun, wenn mein Kind sich beim Zahnarzt verweigert?

Und wen man etwas nicht so klappt? Das Kind will partout den Mund nicht aufmachen? Verweigert jegliche Anteilnahme? Nun … ärgerlich. Zeitraubend einen neuen Termin vereinbaren – aber es ist eine Investition in die Zukunft. Denn wenn Ihr Kind das Gefühl hat, beim Zahnarzt nicht gezwungen zu werden, etwas zu tun, macht sich das irgendwann bezahlt. Sicher ist nur eines: Druck oder Vorwürfe machen ist die sicherste Methode, den nächsten Zahnarztbesuch schwierig werden zu lassen.

Vertrauen schaffen!

Und wenn gucken nicht mehr ausreicht? So unangenehm manches auch ist: Ehrlichkeit ist oberste Maxime. Wenn einem vom Arzt verkündetet wird: „Es tut überhaupt nicht weh“ und dann eine schmerzhafte Erfahrung folgt, ist das Kind bereits „in den Brunnen gefallen“. Das Vertrauen wäre dauerhaft beschädigt. Und: Schmerzen lassen sich meist besser verwinden, wenn das Kind „vorgewarnt“ wurde.




Wenn eine Behandlung nötig wird: Versuchen Sie, kindgerecht zu erklären. Die meisten Kinder sind keine großen Fans von Bohrer und Spritze. Suchen Sie Vergleiche, die weniger furchteinflößend sind: Der Bohrer beim Zahnarzt löffelt nur an der Oberfläche das weiche, kaputte Material aus dem Zahn. Und die Spritze piekst einmal ganz kurz. Ein Schlafmittel lässt den betroffenen Zahn dann nichts mehr spüren. Ist doch angenehmer so, oder?

So oder so: Besprechen Sie sich vorab auf jeden Fall mit dem Zahnarzt. Ein guter Mediziner wird auf die Ängste des Kindes eingehen und einfühlsam vorgehen. Wenn die Ängste zu groß sind, genügt eine lokale Betäubung eventuell nicht aus. Um Traumatisierungen vorzubeugen, ist dann eine Vollnarkose oder eine Behandlung im Dämmerschlaf ratsam, um das Kind vor unnötigen Schmerzen und allzu großem Stress zu bewahren. Jedoch sollte diese Alternative bitte nur im Ausnahmefall stattfinden.

Und zum Schluss
Loben und Belohnen nicht vergessen.

Hilfreiche Links zum Thema Kinder beim Zahnarzt

Sollte all das nichts nützen: Lassen Sie sich nicht entmutigen, manchen Kindern ist und bleibt alles Medizinische erst einmal suspekt, so dass selbst das Ausziehen des weißen Kittels, was einige Ärzte in der Kindersprechstunde versuchen, erfolglos bleibt.




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Barbara

Berlinerin, Wahlpotsdamerin, Mutter eines Sohnes studierte Germanistin und Kulturwissenschaftlerin, selbstständige Werbetexterin, Autorin der Papa App, mehrere Berlinromane und Fachbücher, - neugierig, kritisch, schokoladenaffin.

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