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Wie Kinder lesen lernen

Wenn Kinder lesen lernen, ist das ein großer Schritt für die Kleinen und alle Menschen in ihrem Umfeld sind in diese Sache mit involviert. Eltern warten gespannt darauf, das ihr Sprössling endlich die Buchstaben aneinanderreiht und einen Sinn in diesem anfänglichen Wirrwarr findet. Auch die Kinder selbst warten sehnsüchtig.

Jedes Kind lernt lesen zu einem anderen Zeitpunkt. Der eine schafft es schon nach 2 Monaten in der 1.Klasse, beim nächsten dauert es 6 Monate oder länger. Gerade Kindern denen das Lesenlernen schwerer fällt, fühlen oft einen großen Druck auf sich lasten, weil der Klassenkamerad es vielleicht schon kann oder sie merken, dass die Eltern unruhig werden, wenn immer noch kein Sinn hinter der Buchstabenfolge erkannt wird.

Doch was passiert eigentlich wenn Kinder lesen lernen? Am Anfang sieht das Kind nur eine Folge von Buchstaben. Diese Buchstabenfolge muss jetzt in eine Lautfolge umgewandelt werden. Zuerst lernt das Kind welche Buchstaben und Silben wie klingen. Wenn es ein Wort sieht versucht es darin bekannte Silben zu finden. Die Buchstaben und Silben werden in einen Klang decodiert. Denn nur über den Klang ergibt sich für das Kind irgendein Sinn. Wenn im Gedächtnis ein Klang für eine bestimmte Buchstabenfolge gefunden wird, fängt langsam an der Sinn für das Wort zu kommen. Anfangs klingen beim Lesen von Wörtern diese anders als sie tatsächlich gesprochen werden. Das Wort muss also nachgebessert werden, damit es den ursprünglichen Sinn erhält.

Dieser Prozess ist sehr schwer für ein Kind. Es überprüft im Gehirn ständig das Neue mit dem Bekannten. Mit dem Klang wird ein Bild in Verbindung gebracht. Im Laufe der Zeit speichert das Kind immer mehr Bilder und Klänge in seinem Hirn ab, so dass der Erkennungsprozess schneller geht, das Lesen flüssiger geht, bis es schließlich automatisch erfolgt.

Kinder denen es schwer fällt zu lesen, fangen oft an zu raten, wenn ihnen eine Buchstabenfolge irgendwie bekannt vorkommt. Oder sie überspringen in Reihenfolge Zeichen-Klang-Bedeutung einfach den Klang und lernen nur das Buchstabenbild und deren Bedeutung. Sobald die Buchstaben dann aber zu anderen Wörtern zusammengesetzt sind, scheitern sie.

Als Eltern sollte man möglichst wenig Druck auf das Kind ausüben, wenn man merkt das Lesenlernen macht nur langsame oder wenige Fortschritte. Motivation ist wichtig für das Kind um Interesse am geschriebenen  Text zu bekommen. Lob sollte oft angebracht werden, auch bei kleinen Erfolgen. Gerade am Anfang sollten die Übungsphasen nur kurz sein, weil es eine enorme Anstrengung für das Kind bedeutet. Sie müssen jedoch regelmäßig stattfinden und immer in einer entspannten Atmosphäre.

Sollten sie jedoch den Eindruck gewinnen, dass ihr Kind keine Fortschritte macht, setzten sie sich mit dem Lehrer in Verbindung um eine eventuelle Leseschwäche rechtzeitig zu erkennen. Hier können dann nur noch Spezialisten richtig fördern.




Ines

Mein Name ist Ines und ich bin 38 Jahre alt. Ich lebe mit meiner 9-jährigen Tochter in Berlin. Sie besucht eine Montessori-Grundschule. Ich selbst habe Lehramt studiert und 2 Jahre an einer Grundschule unterrichtet. Heute arbeite ich zwar in einem anderen Bereich, bin aber immer interessiert an den Themen rund um die Schule, die Schulsysteme und sonstigen Dingen, die den…

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