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Nähkurs für Kinder – was können unsere Kids schon alles?

Bei Begriffen wie Matratzenstich, Zwillingsnadel und Nahtzugabe verstehen Sie nur Bahnhof? Ihre Kinder vielleicht nicht! Denn diese Wörter haben alle mit der Kunst des Nähens zu tun – und die liegt gerade voll im Trend. Nachdem Stricken, Häkeln und Co. lange Zeit als hausmütterlich und altbacken galt, haben vor allem junge Menschen das Selbermachen jetzt wieder für sich entdeckt und finden es toll, mit den eigenen Händen etwas Kreatives zu erschaffen. Viele Grundschulen bieten deshalb in der Nachmittagsbetreuung Nähkurse für Kinder und andere Do-it-yourself-Angebote an und freuen sich über volle Teilnehmerlisten.

Ohne Angst ran an die Nähmaschine

Können Grundschüler denn überhaupt schon mit einer Nähmaschine umgehen? Auf jeden Fall! In vielen Grundschulen werden die Nähkurse für die 3. und 4. Klasse angeboten, aber auch jüngere Kinder, die feinmotorisch fit sind, können Nähen lernen. Die meisten Kinder gehen unvoreingenommen und ohne Angst an eine Nähmaschine heran – und nähen sich (anders als von einigen Eltern befürchtet) dabei nicht in die Finger. Die grundlegende Bedienung der Maschinen ist schnell erklärt und mit ein wenig Feingefühl und Geduld lassen sich in relativ kurzer Zeit kleine Kunstwerke herstellen. Und das ist auch der große Erfolg und entscheidende Motivationsfaktor beim Nähen: Anders als bei Computerspielen und Vokabeltraining hält man nach getaner Arbeit ein Ergebnis in den Händen, sieht, was man geleistet hat und ist – zu Recht – stolz darauf!

Nähkurs für Kinder als Einstieg ins neue Hobby

Eine Näh-AG an der Ganztagsschule ist eine gute und preiswerte Möglichkeit, um zu schauen, ob einem Nähen überhaupt Spaß bringt. In der Regel kostet der Kurs pro Halbjahr zwischen 15-30 Euro. Von dem Betrag werden die Stoffe und alle weiteren Materialien wie zum Beispiel Nadeln und Scheren gekauft. Die Nähmaschinen werden in den meisten Fällen von den Grundschulen bzw. der Kursleitung gestellt. Viele Nähmaschinenanbieter bieten Sonderpreise für Schulen an. Einsteigermodelle im Wert von circa 90 Euro sind dabei ausreichend, die meisten so genannten „Kindernähmaschinen“ sind hingegen nicht empfehlenswert.

Nähen lohnt sich

Nähen als Hobby bringt viele Vorteile mit sich – Geldersparnis allerdings nicht. Wer meint, durch das Nähen könnte man sparen, weil man sich die Sachen statt sie zu kaufen selber herstellen kann, der irrt. Wenn man den Preis für die Stoffe und die Anschaffung einer Nähmaschine mit einkalkuliert, dann ist es häufig günstiger sich etwas im Laden zu kaufen. Trotzdem „lohnt“ es sich, wenn Kinder nähen lernen:

  • Nähen schult die Feinmotorik und die Konzentration: Garn einfädeln, Stoff zuschneiden, eine gerade Naht nähen – für Anfänger ist das kein Kinderspiel
  • Das Gefühl für Stil und Farben wird verfeinert: Welche Muster passen zusammen? Welche Farben kann man gut miteinander kombinieren?
  • Textilien wertschätzen: Wer einmal ein eigenes Kleidungsstück hergestellt hat und weiß, wie viel Arbeit und Zeit damit verbunden ist, wird den Wert von Kleidung viel mehr zu schätzen wissen
  • Nähen stärkt das Selbstbewusstsein: Nach relativer kurzer Zeit hat man was eigenes hergestellt – und ist stolz darauf
  • Man hebt sich von der Menge ab: Jedes genähte Stück ist ein Unikat

Gemeinsames Hobby für Eltern und Kinder

Nähen liegt nicht nur bei Kindern im Trend – auch viele Erwachsene haben das Hobby wieder für sich entdeckt. Lassen Sie sich vom Nähfieber anstecken und tauschen Sie mit Ihrem Kind einmal die Rollen: Ihr Kind ist der Lehrer und Sie der Schüler! Es wird stolz sein, wenn es Ihnen beibringen kann, was es selber im Nähkurs in der Schule gelernt hat. Viele Nähschulen bieten außerdem auch Eltern-Kind-Workshops an – eine schöne Möglichkeit, um gemeinsam Zeit zu verbringen!




Kirsten Düspohl

Hamburgerin, Mutter eines Kindergarten- sowie eines Grundschulkindes, Magister in Germanistik, Pädagogik und Sozialpsychologie, freiberufliche Texterin (www.elbtexterin.de) sowie Gründerin eines kleinen Kinderlabels (www.puenktchenundpompon.de).

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