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Die Zahnfee kommt – oder nicht?

Die Zahnfee – plötzlich war sie da, und keiner wusste so recht, woher sie gekommen war. Ein kleines märchenhaftes Wesen, das den Zahnwechsel begleitete … und versüßte, vor allem mit kleinen Geschenken unter dem Kopfkissen.

Und das kam so: Es war einmal … ein Fabelwesen in der britischen und amerikanischen Folklore. Über dieses wurde berichtet, dass es kleinen Kindern nachts eine Goldmünze hinterlasse – im Tausch gegen einen ausgefallenen Milchzahn. Das Kind legt vor dem Zubettgehen den Zahn unter sein Kissen oder alternativ – wie Omis Gebiss – in ein sauberes Glas auf dem Nachttisch. Am nächsten Morgen nun war der Zahn weg – und die Überraschung da. Voilà!

Geschichte der Zahnfee

Eventuell liegt der Ursprung in einer Art Initiationsritus: Ein magisches Ritual, das den Übergang vom Kind zum Jugendlichen (mit)beschreibt. In der „hexengläubigen“ Zeit waren Elemente wie Fingernägel, Haare oder Zähne dafür bekannt, dass darüber Macht über die Person erlangt werden könne. Um nun den richtigen Umgang mit ausgefallenen Zähnen zu gewährleisten, gab es ein genau vorherbestimmtes Vorgehen:

Es gab diverse Bräuche in verschiedenen Kulturen (u. a. an Tiere verfüttern, verbrennen, begraben, etc,). Es ist jedoch nicht bekannt, wann sich die Geschichten um die Feen mit den Ritualen verwoben haben. Erste Berichte von der Zahnfee als allgemeine guter Fee, die ausgefallene Zähne gegen Goldmünzen tauscht, stammen vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Nach 1949 war die Zahnfee im angloamerikanischen Raum sehr populär. Ihr Tun war sich in zahlreichen Büchern und Comics nachzulesen.

Und heut?

Kann nun die Zahnfee den Kindern die Angst den Wackelzähnen nehmen? Die Aufregung beim ersten Wackelzahn fällt bei Eltern und Kindern oft unterschiedlich aus. Etwas unheimlich ist es aber doch, wenn einem „plötzlich“ die Zähne ausfallen. Da kann der Gedanke schon hübsch sein, dass tief nachts, wenn alles schläft, eine süße Fee herbeischwebt, so leise, dass sie noch nie gesehen wurde. Sie nimmt den ausgefallenen Zahn und legt manchmal auch nur einen Brief dorthin, wo der Zahn lag, in dem sie sich für den Milchzahn bedankt. (Für mich hat das alles auch etwas mit Anerkennung der Tapferkeit und mit „Schmerzensgeld“ zu tun …)

Wann geht es eigentlich los?

Der Beginn des Zahnwechsels variiert. Bei manchen Kindern geht es bereits mit fünf Jahren los, bei anderen erst mit acht. Meist sind Mädchen etwas früher dran. Die Elf- bis Zwölfjährigen haben in der Regel – bis auf die Weisheitszähne – dann alle Zähne, d.h. sie sind zumindest sicht-/ fühlbar.


Was bringt die Zahnfee?

Es liegt bei Ihnen, ob die Zahnfee kommt. Fakt ist: Wackelzähne sind ein Meilenstein in der kindlichen Entwicklung. Gern wird die Zahnfee übrigens auch als Motivator für die Einhaltung der regelmäßigen Zahnpflege eingespannt. Vielleicht nicht die schlechteste Idee.
Hier ein paar Ideen, was die Fee wohl mitbringen könnte – abgesehen von Süßigkeiten bitte.

  • Ein hübsch geschriebener oder gemalter Brief mit einem bunten Bändchen,
  • eine kleine Spielfigur,
  • ein Büchlein,
  • eine Haarspange oder Murmel,
  • eine besonders coole / hübsche Zahnbürste mit Motiv.

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  2. Das Wackelzahnbuch: Alles über deine Milchzähne (Bilder- und Vorlesebücher)Die Zahnfee kommt – oder nicht?
  3. Mücke, die Zahnfee, auf Milchzahn-Jagd: Der Bücherbär: Mein LeseBilderbuchDie Zahnfee kommt – oder nicht?
  4. LESEMAUS, Band 44: Conni und der WackelzahnDie Zahnfee kommt – oder nicht?
  5. LESEMAUS, Band 13: Max und der WackelzahnDie Zahnfee kommt – oder nicht?

Wie oft kommt die Zahnfee?

Legt die Zahnfee nun 20 x, bei allen Milchzähnen, etwas unters Kissen? Gott bewahre … nein. Muss nicht. Kann aber … Jede Familie sollte ihre eigenen Regeln festlegen. Häufig kommt die Zahnfee lediglich beim ersten Milchzahn. In anderen Regionen holt sie tatsächlich jeden einzelnen Zahn ab.
Die Erfahrung jedenfalls zeigt: Wenn Kinder die körperlichen Veränderungen frühzeitig und einfühlsam erklärt bekommen, lässt die Aufregung über den ersten Wackelzahn meist schnell nach und macht der über den herbeigesehnten Zahnfeebesuch Platz.

Übrigens: Seit 1980 gibt es einen jährlichen Tag zu Ehren der Zahnfee, der 22. August. Mit der Zahnfee verwandt ist die „Zahnmaus“ (La Petite Souris).




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Barbara

Berlinerin, Wahlpotsdamerin, Mutter eines Sohnes studierte Germanistin und Kulturwissenschaftlerin, selbstständige Werbetexterin, Autorin der Papa App, mehrere Berlinromane und Fachbücher, - neugierig, kritisch, schokoladenaffin.

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