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Schulranzen oder Schulrucksack – Welche Schultasche ist für Erstklässler besser geeignet?

Früher war die Entscheidung leicht – zum Schulstart musste ein klassischer Ranzen in der bekannten Kastenform her. Ab der fünften Klasse wurde der Tornister durch einen cooleren Rucksack abgelöst. Heutzutage ist die Auswahl deutlich größer, die Entscheidung damit schwieriger. Denn neben klassischen Ranzen sind Schulrucksäcke mehr und mehr im Kommen und liegen bei den ABC-Schützen voll im Trend.

Achtung Verwechslungsgefahr – der heutige Schulrucksack hat mit einem normalen Rucksack nichts zu tun

Bevor wir die Frage beantworten, ob Schulranzen oder Schulrucksack besser für Grundschüler geeignet ist, erfolgt an dieser Stelle eine kurze Begriffsabgrenzung. Noch vor einigen Jahren wurden klassische Rucksäcke, die ab der weiterführenden Schule benutzt wurden als Schulrucksack bezeichnet.

Mittlerweile bezeichnen die Hersteller aber immer mehr Modelle als Schulrucksack. Und das ist auch nicht falsch. Denn viele der heutigen Schultaschen ähneln einem Rucksack sehr, erfüllen aber dennoch alle Anforderungen an einen ergonomischen Schulranzen: stabiles Rückenpolster, verstellbare Gurte, mitwachsende Tragegurtsysteme und sogar die Anforderungen an die DIN 58124. Man spricht daher auch oft in diesem Zusammenhang von hybriden Modellen (Mischung aus Rucksack und Ranzen). Besonders bekannt sind hier die Modelle des Herstellers Ergobag.

Schon einmal vorab gesagt: Im folgenden Artikel gehen wir daher nur auf die Vor- und Nachteile von Schulranzen und heutigen Schulrucksäcken ein. Klassische Rucksäcke, die auch im Freizeitbereich verwendet werden, sollten erst ab der 5. Klasse als Schultasche genutzt werden.

Schulranzen oder Schulrucksack – was ist besser?

Betrachtet man einen modernen Schulranzen und Schulrucksack, sind die Unterschiede nicht mehr sehr groß. Ranzen haben einen festen Korpus, Schulrucksäcke sind dagegen etwas flexibler. Bei der Sicherheit und Leuchtwirkung können auch keine großen Unterschiede ausgemacht werden. Vielmehr sind diese Kriterien modellabhängig. In Sachen Ergonomie stehen die Schulrucksäcke den klassischen Schulranzen in nichts mehr nach. Schulrucksäcke wirken natürlich von der Form her etwas moderner, aber auch die Schulranzenmodelle haben sich weiterentwickelt.

Vor- und Nachteile der klassischen Schulranzen

Vorteile

  • Stabilität: Die starre Bauform von Schulranzen bietet Stabilität. So bleibt der Inhalt geschützt, denn in der stabilen Form entstehen seltener Eselsohren. Die stabile Bodenplatte lässt den Schulranzen fest stehen und seltener umkippen.
  • Übersichtlichkeit: Dadurch, dass ein Schulranzen mehrere Fächer, kleine Reißverschlüsse und Taschen bietet, fällt es Grundschulkindern leichter, Ordnung zu halten.
  • Sicherheit: Viele Schulranzen sind mit der DIN 58124 ausgezeichnet, die die grundlegenden Sicherheitsanforderungen, wie beispielsweise Sichtbarkeit im Straßenverkehr, garantiert.
  • Deckel: Schulranzen verfügen meist über einen festen Deckel. In der Regel schließt dieser schon beim Zufallen. Zusätzlich sind die Inhalte besser vor Regen geschützt.
  • Ergonomische Gewichtsverteilung: Durch die Fächeraufteilung ermöglichen Schulranzen eine ergonomische Gewichtsverteilung. Schwere Sachen, wie Schulbücher, werden somit nah am Rücken platziert, während die leichten Sachen, wie Schlüssel, in die vorderen Taschen kommen.

Nachteile

  • Gewicht: Schulranzen haben durch den festen Korpus teilweise höheres Eigengewicht als Schulrucksäcke.
  • Beweglichkeit: Durch die meist breitere Bauform können Schulranzen bei Fahrradfahren oder Laufen stören.

Vor- und Nachteile von Schulrucksäcken

Vorteile

  • Gewicht: Schulrucksäcke haben in der Regel ein leichteres Eigengewicht als Schulranzen.
  • Coolness: Das Design von Schulrucksäcken gilt oft als stylischer, wobei das bei Grundschulkindern noch nicht so ein großes Kriterium sein sollte.
  • geringe Verletzungsgefahr: Bei einem Sturz bietet die Konstruktionsform von Schulrucksäcken weniger Widerstand als ein Ranzen und hat deshalb eine geringere Verletzungsgefahr.
  • hohe Bewegungsfreiheit: Durch die meist schmale Hochkant-Bauform ist eine hohe Bewegungsfreiheit gegeben.

Nachteile

  • weniger Stabilität: Die nachgiebige Form von Schulrucksäcken bietet weniger Stabilität. So knicken Hefte leichter als in dem stabilen Innenraum eines Ranzens.

Beide Schulranzentypen sind für Grundschüler geeignet

Grundsätzlich sind beide Typen für den Kinderrücken geeignet. Beide Varianten haben ihre Vorzüge, ebenso auch Nachteile. Letztendlich gibt es viele Kriterien wie Ergononomie, Tragekomfort und Sicherheit, die stimmen müssen. Zu den wichtigsten Eigenschaften gehört aber, dass der Ranzen oder auch Rucksack perfekt auf den Kinderrücken passt. Denn Körpergröße, Statur und Wirbelsäulenform unterscheiden sich naturgemäß bei den Grundschülern. Wir empfehlen daher eine ausgiebige Beratung und Anprobe im Fachhandel.

Bildnachweis: © Irina Schmidt / 123rf.com

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