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Alexa, Siri & Co – sind Sprachassistenten für das Kinderzimmer geeignet?

Die Voice Dienste wie Alexa, Siri und Co sind kaum einem Menschen mehr unbekannt und gewinnen stetig an Popularität. Da sie sehr leicht zu bedienen sind, können auch Kinder gut mit ihnen umgehen. Doch sind sie auch wirklich kindgerecht und könnte man sie ohne Bedenken in einem Kinderzimmer platzieren? Was genau Sprachassistenten sind und wie es um ihre Sicherheit aussieht, erfahren Sie hier.

Was sind Sprachassistenten?

Ein Sprachassistent ist eine Software, die über Kommunikation menschliche Sprache verstehen kann. Sie zählen zum Bereich der künstlichen Intelligenz und sind darauf ausgelegt, stetig dazu zu lernen. Sprachassistenten können Dialoge führen, Informationen abgreifen und alle möglichen Assistenzdienste durchführen. Die Voraussetzung für eine reibungslose Funktion ist eine Internetverbindung sowie ein Mikrofon im Endgerät, über welches der Sprachassistent genutzt werde soll.

Wichtig: Es ist zu unterscheiden zwischen Sprachassistenten und Smartspeakern. Bei dem Sprachassistent handelt es sich lediglich um die Software. Der Smartspeaker ist das Endgerät, auf dem der Sprachassistent verwendbar ist. Diese können beispielsweise sein ein Smartphone, Tablets oder bekannte Amazon Geräte wie die Amazon Echo Lautsprecher.

Wie funktionieren Alexa, Siri und Co?

  • Die Sprachassistenten werden in der Regel mit einem Aktivierungswort gestartet wie „Okay Google“ oder „Hey Siri“.
  • Das Gesagte, also das Audio Signal, wird nach dem Sprachbefehl in ein digitales Signal umgewandelt. So kann die Absicht des Gesprochenen ermittelt werden.
  • Das digitale Signal wird verarbeitet und ausgewertet, damit ein Antworttext oder ein Steuerbefehl generiert werden kann.
  • Zuletzt wird dieser Antworttext oder Smarthome Steuerungsbefehl über den Smartspeaker herausgegeben.

Welches sind die Bekanntesten unter den Voice Diensten?

Da Voice Dienste immer beliebter werden, gibt es mittlerweile viele Anbieter, die eine Sprachsoftware auf den Markt gebracht haben. Wir stellen Ihnen eine Übersicht mit den Bekanntesten unter ihnen vor:

  1. „Alexa“ von Amazon: Um Alexa benutzen zu können benötigt man ein Endgerät, welches den Sprachassistenten integriert hat. Dazu gehören beispielsweise die Echo Lautsprecher, wie der Echo Dot und Echo Show sowie die Fire Tablets  ab der 4. Generation. Auch der Fire TV Stick ist kompatibel mit Alexa. Alles, was Sie tun müssen ist, die Alexa App zu downloaden.
  2. „Siri“ von Apple: Falls Sie ein Iphone oder Ipad besitzen, werden Sie Siri von diesem Gerät kennen. Ebenso wie mit Alexa, kann mit dem  Apple HomeKit Ihr gesamtes Haus smart gemacht werden. Dafür müssen die Geräte allerdings von Apple als „works with HomeKit“ oder „works with Apple Airplay“ zertifiziert sein.
  3. „Google Assistant“ von Google – Der Google Assistant ist ebenfalls ein sprachgesteuerter Helfer, der den Allag erleichtern soll. Er funktioniert auf Smartphones, Tablets, Smartspeaker, Smartwatches, etc.
  4. „Cortana“ von Mircrosoft: Der Microsoftassistent Cortana ist mittlerweile nur noch auf Windows Geräten verfügbar.
  5. „Bixby“ von Samsung: Der Voice Dienst Bixby ist für die Verwendung auf Samsung Galaxy Smartphones vorgesehen.
  6. „Hallo Magenta“ von Telekom: Hallo Magenta soll die Steuerung für Services der Telekom in Ihrem Zuhause erleichtern.
  7. „Hi Voice“ von Huawei: Hi Voice ist ein Voice-Dienst, der für die Smartphones von Huawei entwickelt wurde.

Vorteile und Nutzen der Voice Dienste

Alexa, Siri und Co wurden in erster Linie dazu entworfen, unser Leben „smart“ zu machen. Einige Voice Dienste, wie z.B. Siri und der Google Assistant sind bereits in die mobilen Endgeräte einprogrammiert.

  • Leichte Handhabung: Durch die Spracheingabe wird weder ein Touchscreen noch eine Laptoptastatur für die Bedienung benötigt. Mit einem einfachen Sprachbefehl wie „Alexa“ oder „Hey Siri“  können Sie den Sprachdienst (de)aktivieren, um ihn empfänglich für den nächsten Befehl zu machen.
  • Erleichterung im Alltag: Sprachassistenten können alle möglichen Funktionen übernehmen, die Ihnen den Alltag erleichtern. Sie können beispielsweise Einkaufslisten erstellen, Anrufe tätigen, Routen berechnen, Nachrichten vorspielen, Musik abspielen und den Wecker stellen.
  • Das Smarthome: Die Sprachassistenten können sogar Ihr ganzes Zuhause in ein Smarthome verwandeln. In einem Smarthome könne Sie Sie Haushaltgeräte, die Heizung, die Beleuchtung und viele weitere Funktionen über den Sprachassistenten steuern. Dies funktioniert, wenn entweder die Geräte kompatibel sind oder Sie zusätzliche Gadgets hinzuziehen. Mit einer WLAN-Steckdose von Amazon können Sie beispielsweise jedes beliebige Stromnetz-Gerät per Sprachbefehl steuern.

Die Sprachdienste sind ebenfalls sehr einfach für Kinder zu handhaben. Da sie immer beliebter werden, arbeiten Hersteller mittlerweile an Funktionen, die speziell für Kinder entwickelt werden. Vorreiter, wie in den meisten Fällen, ist der Internetriese Amazon mit seinem Voice Dienst Alexa.

Alexa und ihre neuen Kid Skills

Seit 2018 können Sie in Deutschland auf die sogenannten Alexa Kid Skills zugreifen. Hierbei handelt es sich um verschiedene Funktionen, die extra für die Kleinen hergestellt wurden. Die Kid Skills müssen eigens im Einstellungsmenü der Alexa App eingeschaltet werden, damit sie über Sprachbefehl abrufbar sind. Dies ist aus Datenschutzgründen nötig, damit die Stimme Ihres Kindes verarbeitet werden darf. Sind die Kid Skills ausgeschaltet, können sie auch nicht verwendet werden. Durch die Kid Skills wird Alexa Spielpartner und Lernhilfe zugleich. Ihre Kinder haben so die Möglichkeit, für den Umgang mit neuester Technologie sensibilisiert zu werden. Alexa bietet etwa 36 Skills, die für Kinder entwickelt wurden und die sich in folgende Kategorien einteilen lassen:

  • Bildung und Nachschlagewerke: Z.B. Kinder- und Jugendnachrichten, Kindersprachtraining, Hausaufgabenabfrage, Mathechampion, Stundenplanabfrage, Sachkunde
  • Spiele: Z.B. Quiz-Spiele, Drei ??? Fälle, 1,2 oder 3, interaktive Märchen
  • Neuheiten und Humor: Z.B.Kinderwitze, Bett-Zeit, Zähne Putzen, Sparschwein
  • Musik und Audio: Z.B. Hörspiele, Gute-Nacht Geschichten, Radio Teddy, Märchenstunde

Tipp: Hier finden Sie eine Übersicht der Alexa-Skills für Schüler

Für Kinder entwickelt – Geräte mit Alexa von Amazon

Neben den Funktionen, die Alexa den Kindern bietet, gibt es zusätzlich einige Geräte von Amazon, die eigens für den Nachwuchs hergestellt wurden.

Echo-Dot Kids Edition

Mit der Echo-Dot Kids Edition bekommen Kinder den smarten Amazon Echo Lautsprecher in einem Panda- oder Tigerdesign. Dazu hat er tolle Funktionen wie Alarme mit Tiergeräuschen, eine Hausaufgabenhilfe oder Telefonate mit Freunden und der Familie. Außerdem ist das Amazon Kids Plus Abonnement bereits integriert, welches altersgerechte Medieninhalte aller Art bietet. Die Veröffentlichung in Deutschland ist bisher nicht bekannt.

Amazon Echo Kids Edition
Die Echo Kids Edition gibt es in zwei niedlichen Tierdesigns. (Screenshot Amazon.de)

 

Fire Tablet Kids Edition 

Das Fire Kids Tablet  ist ein vollausgestattetes Tablet mit dem ein Jahr Amazon Kids Plus, eine kindgerechte Hülle und eine zweijährige Rundum-Sorglos-Garantie erhalten. Die Amazon Kids Plus-App ist bereits auf den Fire-Tablets vorinstalliert, damit Sie sich um nichts mehr kümmern müssen. Das Fire Tablet gibt es als Fire Kids Ausführung, für 3 bis 7 jährige Kinder und als Fire Kids Pro Edition für 6 bis 12 Jährige.

Fire Tablet Kids Edition
Die Fire Kids Tablets gibt es in verschiedenen Farben mit kindersicherer Schutzhülle (Screenshot Amazon.de)

Für eine große Auswahl an kindgerechten Inhalten bietet Ihnen das Amazon Kids Plus Abonnement außerdem eine 30 tägige kostenfreie Testphase, in der Ihnen die gesamte Medienbibliothek zur Verfügung steht.

 Alexa im Kinderzimmer? Risiken und Gefahren der Sprachassistenten

Auf den ersten Blick bieten Alexa, Siri und Co tolle Vorteile und machen einen kindgerechten Eindruck. Die Kleinen werden unterhalten, bekommen Lern- und Hausaufgabenhilfe und auch die Eltern werden durch die Assistenzdienste der digitalen Helfer entlastet. Allerdings bergen die Voice Dienste ebenso Risiken und Gefahren, die Sie besonders mit Kindern im Haus beachten sollten.

  1. Datenweitergabe: Die Anbieter der Sprachassistenten sind nicht nur für ihre Vorteile bekannt, sondern auch für Abhörskandale und heimliches Datensammeln. Sobald das Aktivierungswort fällt, zeichnet der Voice Dienst die Anfrage auf. Alle Konversation, die mit dem Sprachassistent geführt werden, ob beabsichtigt oder nicht, landen als Audio- und Wortdatei auf den Anbieterservern. Dazu kommt, das die Kids Skills von Alexa häufig von externen Anbietern stammen, die ihre eigenen Nutzungs- und Datenschutzbedingungen haben. Als Eltern sollten Sie sich deshalb bewusst sein, dass Ihre Kinder unbeabsichtigt private Daten an den Sprachassistenten weitergeben könnten und dementsprechend vorbeugen. Passwörter und Kreditkarteninformationen sollten beispielsweise gut geschützt sein, damit der Voice Dienst keinen Zugriff darauf hat.
  2. Zugang zum Internet: Bisher machen Alexa, Siri und Co keinen Unterschied darin, wer sie als Assistent benutzt. Kinder können dieselben Befehle ausführen wie ihre Eltern, da Voice Dienste noch nicht so weit sind, den Zugriff für Kinder einzuschränken. Das bedeutet, das Kinder jederzeit auf das Internet zugreifen könnten, Käufe tätigen oder Abos abschließen, die im schlimmsten Fall sehr teuer enden. Außerdem haben Kinder so möglicherweise Zugriff auf unangemessene Inhalte. Sie sollten also entweder die Spracheinkauffunktion deaktivieren oder einen gesprochenen Bestätigungscode für Einkäufe
    einrichten, den Ihre Kinder nicht kennen.
  3. Benehmen: KritikerInnen befürchten, dass Kinder Höflichkeitsformen wie z.B. „Bitte“ oder „Danke“ im Umgang mit Sprachassistenten verlernen könnten, da sie nur dazu da sind, Befehle entgegenzunehmen. Eine gute Möglichkeit dies zu umgehen kann sein, Benimmregeln aufzustellen, wenn Ihre Kinder mit dem Sprachassistent kommunizieren.
  4. Bequem werden: Eine weitere Gefahr, die von Alexa und Co ausgeht ist, dass die Kinder zu bequem werden könnten, indem sie beispielsweise Alexa ihre Hausaufgaben machen lassen. Auf die Frage „Alexa, wie viel ist 5 x 5“ bekommen Schulkinder in Windeseile die richtige Antwort, ohne selbst zu rechnen. Eltern sollten darauf achten, dass Sprachassistenten lediglich als Unterstützung heran gezogen werden und nicht die Lösungen liefern.
  5. Zugriff auf das Smarthome: Wenn der Sprachassistent Teil eines vernetzten Smarthome-Systems ist, können damit alle möglichen Haushaltsgeräte gesteuert werden. Unter anderem können das Devices sein, bei denen Kinder einem Sicherheitsrisiko ausgesetzt werden, wie beispielsweise der Herd oder Backofen.

Fazit

Alexa, Siri und Co haben viele Funktionen, die uns das Leben leichter und bequemer machen. Ihre Nachteile sollten jedoch keineswegs außer Acht gelassen werden. Aufgrund der genannten Risiken halten wir das Kinderzimmer für keinen geeigneten Ort, um dort einen Sprachassistenten zu platzieren. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass Kindern der Zugriff auf einen Sprachassistenten verweigert werden sollte. Wenn Sie nicht auf einen Voice Dienst verzichten möchten, sollte er an einem Ort platziert sein, an dem die ganze Familie Zugriff hat. Auf diese Weise kann der Sprachassistent erstens gemeinschaftlich genutzt werden und zweitens haben Sie mehr Kontrolle darüber, wie Ihre Kinder mit dem Voice Dienst umgehen und was sie ihm erzählen.

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