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Soziale Kompetenzen – welche sind besonders wichtig und wie kann ich sie fördern?

Gut im Rechnen? Sicher in der deutschen Rechtschreibung? Musisch, künstlerisch und sportlich begabt? Wenn Ihr Kind alle diese Fragen mit „ja“ beantworten kann, dann kommt es ja bestens in der Grundschule klar! Oder etwa doch nicht?

Keine Frage, es ist von großem Vorteil, wenn man gute Noten hat und ein kluges Köpfchen ist. Aber mindestens genauso wichtig sind die sozialen Kompetenzen, die ein Kind in der Schule – und natürlich auch im Umfeld der Familie und im Freundeskreis – erlernen sollte. Soziales Lernen und die gezielte Förderung von Sozialkompetenz gewinnt in einer Gesellschaft, die ständig globaler und komplexer wird und sich mehr und mehr von traditionellen Lebens- und Beziehungsformen entfernt, immens an Bedeutung. Doch was genau versteht man unter sozialen Kompetenzen und wie kann man sie fördern?

Sozialkompetenz – was ist das?

Soziale Kompetenz ist „das Verfügen über angemessene und flexible Formen des sozialen Umgangs[…], z. B. als allgemeine Funktionstüchtigkeit einer Person als Mitglied der Gesellschaft oder als die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreich zu gestalten […]“
Quelle: wissen.de (Stand: 14.01.2016)

Bezogen auf unsere Kinder lässt sich diese Definition in die vereinfachte Frage umwandeln: Kommen unsere Kinder nicht nur mit dem Lernstoff zurecht, sondern auch mit ihren Mitschülern, Lehrern und nicht zuletzt auch mit sich selbst?

Welche soziale Kompetenzen gibt es?

Zur sozialen Kompetenz gehören eine Vielzahl an Fähigkeiten, die ein Kind lernen und verinnerlichen sollte, um sich möglichst gut in der Schule, in der Gesellschaft und natürlich auch im späteren (Berufs-)Leben behaupten zu können.

  • Teamfähigkeit:

    Kann sich mein Kind in eine Gruppe einbringen, mit anderen kooperieren und sich je nach Situation zurücknehmen oder auch durchsetzen?

  • Kritik- und Konfliktfähigkeit:

    Kann mein Kind Kritik annehmen statt es als Angriff zu werten? Ist es bereit, Kompromisse zu schließen? Setzt es sich dafür ein, einen Streit zu schlichten?

  • Persönliche Kompetenzen:

    Hat mein Kind ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gute Selbstwahrnehmung? Ist es tolerant und flexibel?

  • Empathie:

    Zeigt mein Kind Einfühlungsvermögen und kann sich in andere Menschen und neue Situationen hineinversetzen? Nimmt es die Wünsche und Bedürfnisse anderer wahr und respektiert sie?

  • Kommunikationsfähigkeit:

    Ist mein Kind in der Lage, seine Wünsche, Bedürfnisse und Ängste klar zu äußern? Traut es sich, Kontakt zu anderen aufzunehmen? Kann es gut zuhören?

Die Kinder lernen einige dieser Fähigkeiten ganz nebenbei im Umgang miteinander und werden außerdem von ihren Eltern und anderen Vorbildern geprägt und beeinflusst. Doch man kann die sozialen Kompetenzen auch ganz gezielt fördern und erlernen.

Gutes Miteinander in der Schule

Das Erlangen von sozialen Kompetenzen ist zu einem wesentlichen Bildungs- und Erziehungsziel an deutschen Schulen geworden. Mit bestimmten Lernangeboten und Lernformen, wie zum Beispiel Projektarbeit, Stationenlernen, Lehren lernen und Partner- und Gruppenarbeit, lässt sich das Lernen dieser besonderen Fertigkeiten erleichtern. Ebenso bedeutend und förderlich für das soziale Miteinander sind aber auch Ausflüge, Schulfeste, Schülerpatenschaften und Projekttage sowie das gemeinsame Erarbeiten von Klassenregeln. Wichtig ist, dass die Lehrer mit den Kindern über diese Kompetenzen, über das Verhalten untereinander und über bestimmte Alltagssituationen sprechen und ihnen die gewünschten Ziele sozialen Lernens dabei bewusst machen.

Loben, lehren, Vorbild sein – die Rolle der Eltern

Natürlich kann die Schule nicht allein die große Aufgabe bewältigen, aus unseren Kindern tolerante, teamfähige, empathische, kommunikationsfähige und nette Kinder zu machen.


Bestärken Sie als Eltern Ihre Kinder darin, sozial mit ihren Mitmenschen umzugehen, loben und würdigen Sie richtiges Verhalten und sprechen Sie über Alltagssituationen, in den Ihr Kind vielleicht nicht besonders sozial reagiert hat. Niemand ist perfekt und reagiert immer angemessen, für keinen ist es leicht, Kritik einzustecken und es kann jedem passieren, dass aus einer kleinen Meinungsverschiedenheit ein großer Streit wird – aber wenn man mit seinen Kindern darüber redet, ihnen andere Möglichkeiten und Verhaltensweisen aufzeigt und versucht, als Eltern ein positives Vorbild zu sein, dann sollte es auch gelingen, dass aus unseren Kindern sozial kompetente Menschen werden.





Kirsten Düspohl

Hamburgerin, Mutter eines Kindergarten- sowie eines Grundschulkindes, Magister in Germanistik, Pädagogik und Sozialpsychologie, freiberufliche Texterin (www.elbtexterin.de) sowie Gründerin eines kleinen Kinderlabels (www.puenktchenundpompon.de).

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