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Gefahren auf dem Schulweg

Jippie, endlich in die Schule kommen. Ein großer Tag für viele Kinder – und Eltern. Nicht selten ist allerdings sind Sorgen da, was den Weg zur Schule angeht. Der Schulweg gilt gemeinhin als größte Gefahr. Andererseits aber schenkt der Gang oder die Fahrt zur Schule aufgrund der positiven Erfahrung der „Wegbewältigung“ Selbstvertrauen, bedeutet nicht zuletzt regelmäßige Bewegung in unserem zunehmend bewegungsarmen Alltag und ist ein großer Schritt in die Selbstständigkeit. Übergewicht oder Fehlhaltung (wovon bereits fast jedes zweite Kind betroffen ist) kann damit entgegen gewirkt werden. Zudem hält jede körperliche Aktivität motorische Erfahrungen bereit, die helfen, sich selbst entsprechend einzuschätzen.

Nichtsdestotrotz: Gerade junge Grundschüler scheinen im Verkehr besonders gefährdet. Die Gefahrenquellen wie ein zu hohes Auto-Tempo, Telefonieren bei Fahren und unübersichtliche Kreuzungen sind häufige Ursachen für Unfälle. Auch der zeitliche Faktor spielt eine Rolle. Am gefährlichsten ist der Weg zurück nach Hause: Am Nachmittag sind viel Kinder nach dem langen Stilsitzen sehr „zappelig“, die Aufmerksamkeit aber lässt nach.

Schulweg – per pedes, mit dem Fahrrad oder Bus?

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Schule zu kommen. Nicht immer ist der Schulweg so kurz, dass die Grundschule zu Fuß erreicht werden kann.

Mit dem Fahrrad zur Schule?

Imme wieder flammt die Diskussionen auf: Ab welchem Alter darf ein Kind mit dem Fahrrad zur Schule fahren? Die Ansichten, auch was die Meinungen von Schule und Eltern angeht, gehen weit auseinander. Das letzte Wort haben die Eltern; sie tragen die Verantwortung. Aus verkehrspädagogischer Warte gesehen ist es jedoch so, dass Grundschulkinder nicht mit dem Rad zum Unterricht fahren sollten.
Gründe hierfür sind:

  • Was Kinder nicht sehen, ist für sie auch nicht da, denn Kinder schließen von sich auf andere.
  • Entfernungen und Geschwindigkeiten abzuschätzen, fällt jungen Kindern nicht leicht.
  • Grundschulkinder lassen sich noch relativ viel ablenken. Über eine längere Zeit können sie sich nicht auf etwas konzentrieren.
  • Multitasking fällt uns Erwachsenen schon schwer, Kindern geht es ebenso. Fahrradfahren, sich auf den Verkehr konzentrieren, die Zeit im Kopf haben, Gedanken an Freunde…
  • Geräusche können noch nicht eindeutig örtlich gedeutet werden.

Wenn ihr Kind nun aber mit dem Fahrrad zu Schule fahren wird, so ist es notwendig eine Fahrradprüfung zu absolvieren

Mit dem Bus zur Schule

Die Fahrt mit dem Bus sollte mehrfach erprobt/ geübt werden. An sich ist der Bus als Verkehrsmittel sehr sicher. Der Weg zur Haltestelle, das Verhalten beim Warten und das Ein- und Aussteigen bergen da mehr Gefahren. Bestimmte Regeln sollten nicht verhandelbar und vorher gut eingeübt sein: Wenn das Kind ausgestiegen ist, wird die Straße erst überquert, wenn der Bus abgefahren ist – und die Straße wirklich frei. Generell wird immer eine Ampel oder ein Zebrastreifen dafür benutzt, auch wenn das einen Umweg bedeutet. Da müssen die Eltern im wahrsten Sinne des Wortes auch mit gutem Beispiel vorangehen. Ziehen Sie Ihren Kindern stets helle Kleidung an, Reflektoren an Schultasche und Jacke sind hilfreich. Das Kind sollte nicht „auf den letzten Drücker“ zur Schule losgehen, damit es nicht eine Verspätung riskiert und deshalb eine gefährliche Abkürzung wählt.

Zusammen gehen

Das gemeinsame Üben des Schulweges sollte selbstverständlich sein, auch wenn der Weg kurz und vermeintlich ungefährlich ist; das gibt Sicherheit und außerdem – selbst eine Ausfahrt oder parkende Autos können für Grundschüler zur Gefahr werden, denn gerade kleinere Kinder verfügen über eine nur eingeschränkte Wahrnehmung. Bis ca. sieben/ acht Jahren glauben Kinder oft, dass der Autofahrer sieht, was sie sehen. Die Sicht der Autofahrer muss ihnen erklärt werden. Ein professioneller Kinderkurs in Verkehrserziehung kann übrigens richtig Spaß machen.
Und ältere Schüler? Hier liegt die Gefahr eher darin, dass eine jahrelange Routine die Aufmerksamkeit geringer werden lässt. Manche Jugendliche möchten auch gern cool sein und gehen zum Beispiel bei Rot über die Ampel. In einigen Fällen genügt es schon, an ihre Vorbildfunktion für Jüngere zu erinnern.

Andere Gefahren

Doch es gibt weitere Gefahren auf dem Schulweg:

  • Unzureichend gesicherte Baustellen,
  • Personen, die den Kindern zu nahe kommen
  • und nicht zuletzt andere Kinder (Mobbing und Ausgrenzung kann bereits auf dem Weg in die Schule beginnen).

Gehen Sie einfach ab und zu mal mit; auch wenn ihr Kind schon sicher allein unterwegs ist. Dann sehen Sie aktuell, was auf dem Schulweg so los ist.

Tipp:
Ein selbst ausgedachtes Verkehrsquiz bereitet spielerisch auf Herausforderungen und unbekannte Situationen vor.

  • Was tue ich an einem Zebrastreifen?
  • Wie verhalte ich mich, wenn jemand Fremdes mich anspricht/einlädt?
  • Was ist der Sinn von reflektierende Kinderkleidung?

Auch die anderen Familienmitglieder dürfen mitspielen. Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt. Vielleicht möchten auch Kinder aus der Nachbarschaft mitmachen? Wer den gleichen Schulweg hat, bildet sowieso am besten Grüppchen. Denn „zusammen ist man weniger allein“.




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Barbara

Berlinerin, Wahlpotsdamerin, Mutter eines Sohnes studierte Germanistin und Kulturwissenschaftlerin, selbstständige Werbetexterin, Autorin der Papa App, mehrere Berlinromane und Fachbücher, - neugierig, kritisch, schokoladenaffin.

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