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Schulwahl – So finden Sie die richtige Grundschule

Sie erinnern sich bestimmt noch gut an Ihre Grundschule. All die Dinge, die Sie dort geliebt haben und all die Dinge, die Ihnen dort nicht gepasst haben. Vielleicht sind Sie mit den Lernmethoden nicht klar gekommen oder hätten sich einen besseren Umgang mit Konfliktlösung gewünscht, weil es auf dem Schulhof viel Gewalt gab.

Ihr Kind soll solche Wünsche nicht haben müssen. Es soll auf eine gute Schule gehen, an der es sich wohlfühlen kann. Wie Sie diese passende Schule finden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die gemütlichste Lösung: Die Sprengelschule

Zur gegebenen Zeit, wenn das Kind zum Stichtag sechs Jahre alt ist, trifft ein Brief von der Sprengelschule aus dem Einzugsgebiet ein. Dies ist die nächstgelegene staatliche Grundschule aus dem Wohngebiet. Das Kind bekommt dort einen Platz garantiert.

Doch die Sprengelschule ist nicht automatisch die beste Schule für das Kind. Vielleicht hat die Schule einen schlechten Ruf oder die Freunde des Kindes aus dem Kindergarten gehen alle auf eine andere Schule. Vielleicht ist auch das staatliche Schulsystem einfach nicht passend für das Kind.

Um eine Entscheidung zu treffen, muss das gesamte Angebot bekannt sein. Deshalb sollten Eltern neben der Sprengelschule auch andere Schulen betrachten, die das Kind besuchen könnte. Dafür ist es wichtig, Kriterien festzulegen.

Was macht eine gute Schule aus?

Der Deutsche Schulpreis kürt jedes Jahr die „Schule des Jahres„. Für die Entscheidung wurden sechs Hauptqualitätsmerkmale festgelegt. An diesen Merkmalen können sich auch Eltern orientieren. So können sie beurteilen, was eine gute Schule ist.

  1. Leistung
    • Eine gute Schule motiviert ihre Schüler, in allen Fächern Besonderes zu leisten.
  2. Umgang mit Vielfalt
    • Vielfalt an Schulen soll inspirierend wirken und den Horizont der Kinder erweitern. Gute Schulen tragen wirksam zum Ausgleich von Benachteiligungen bei. Dies kann beispielsweise durch integrative Klassen geschehen, wo Kinder mit Behinderung gemeinsam mit den anderen Kindern unterrichtet werden. Die Schulen sollten individuelles Lernen fördern.
  3. Unterrichtsqualität
    • Die Unterrichtsqualität von Schulen hängt unter anderem von der Qualität der Lehrkräfte ab. Diese sollten regelmäßig Fort- und Weiterbildungen erfahren. Erfolge und Fortschritte werden an guten Schulen evaluiert, um die Qualität zu erhöhen. Ein gutes Unterrichtskonzept, beispielsweise durch jahrgangsübergreifendes Lernen, ist wichtig. Auch außerschulische Lernorte können durch die Abwechslung zur Unterrichtsqualität beitragen.
  4. Verantwortung
    • Gute Schulen fördern einen respektvollen Umgang unter den Schülern und Lehrkräften. Die Schule sollte ein Konzept vorliegen haben, um Konflikte gewaltfrei zu lösen.
  5. Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner
    • An der Schule sollte eine angenehme Lernatmosphäre herrschen. Mit außerschulischen Partnern sollten gemeinsame Projekte und Veranstaltungen entstehen.
  6. Schule als lernende Institution
    • Die Schule sollte sich nie mit ihrem aktuellen Status zufrieden geben, sondern immer versuchen, sich weiterzuentwickeln. Zu bewältigende Aufgaben sollten erkannt und bearbeitet werden.
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Die beste Schule ist nicht gleich die passende Schule

Es geht bei der Schulauswahl nicht nur darum, eine Schule mit gutem Ruf zu finden. Die Schule muss vor allem individuell zu dem Kind passen. Ein Kind ist vielleicht besonders musikbegeistert und wäre an einer Schule, die Wert auf Sport legt, falsch aufgehoben. Ein anderes Kind ist total neugierig, aber kann an seiner Schule nicht seinen eigenen Interessen nachgehen, sondern muss dem strikten Lehrplan folgen. Wieder andere Kinder brauchen vielleicht besondere Fördermaßnahmen wie Nachhilfe, die an ihrer Schule nicht angeboten werden.

Um all diese individuellen Bedürfnisse stillen zu können, müssen Eltern gemeinsam mit ihrem Kind eigene, individuelle Kriterien festlegen, die sie an einer guten Schule erwarten.

Wie finde ich die richtige Schule für mein Kind?

Neben den oberen Kriterien des Deutschen Schulpreises sind hier einige mögliche individuelle Kriterien, an denen Familien sich orientieren können:

Der Schulweg

Einen großen Pluspunkt, den die Sprengelschule bietet, ist die Länge des Schulwegs. Da die Schule nah am Wohnort liegt, ist sie für das Kind meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. So kann auf das Mama-Taxi verzichtet werden. Nach einiger Zeit können die Kinder den Schulweg sogar alleine oder mit Freunden gehen. Denn diesen Pluspunkt bieten die Sprengelschulen ebenfalls: Da alle Kinder aus dem Umfeld kommen, findet das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit Freunde aus der Nachbarschaft. Mit diesen kann es sich dann öfter treffen und der Schulweg kann gemeinsam beschritten werden.

Wenn die Entscheidung auf eine andere Schule fällt, die ein wenig weiter weg ist, könnte sich dies negativ auswirken. Der lange Schulweg demotiviert das Kind, zur Schule zu gehen. Vor allem im Winter möchte es sich nicht auf den weiten Schulweg in der Kälte und im Dunkeln aufmachen. Außerdem nehmen die langen Fahrtwege viel Zeit in Anspruch.

Nachmittagsangebot

Für Eltern, die viel arbeiten müssen, ist eine Ganztagsschule eine willkommene Lösung. In diesem Fall kann die Familie sich bei der Schulauswahl nach Schulen mit einem Nachmittagsangebot umsehen. Hier reicht es aber nicht einfach zu wissen, dass die Schule ein Nachmittagsangebot hat. Oft sind diese nämlich mangelhaft. Deshalb muss bei den Kriterien auch darauf geachtet werden, dass das Nachmittagsangebot gute Qualität hat. Das gilt zum Beispiel für das Mittagessen oder die Art der Betreuung. Sollte keine Schule mit gutem Nachmittagsangebot gefunden werden, gibt es auch andere Einrichtungen, die das Kind nach der Schule besuchen könnte.

Freunde aus dem Kindergarten

Der Umstieg vom Kindergarten zur Schule ist ein großer Schritt. Viele Kinder möchten ihre besten Freunde weiterhin täglich sehen. Deshalb betteln sie darum, auf die gleiche Schule zu kommen. Wenn alle anderen Kriterien an der Schule passen, kann den Kindern der Wunsch auch gern erfüllt werden. Ansonsten muss dem Kind beigebracht werden, dass die Freundschaft nicht verloren gehen wird und dass es viele neue Freunde auf der Schule finden kann.

Ausstattung

Bei der Auswahl der Schule kann außerdem darauf geachtet werden, wie sie ausgestattet ist. Dazu zählt zum Einen die digitale Ausstattung. Es ist in Zeiten der Digitalisierung wichtig, dass Kinder früh eine Medienkompetenz erlernen. Ein Computerraum an der Schule wäre demnach vorteilhaft. Auch wenn die Schule mit Smartboards ausgestattet ist, kann dies die Unterrichtsqualität fördern.

Für Kinder, die gerne rumtoben, kann die Ausstattung der Turnhalle ein Kriterium sein. Sollte diese keine Abwechslung bieten, könnte das Kind sich langweilen.

Die Ausstattung und Gestaltung des Pausenhofs kann ebenfalls eine Rolle spielen. Dort sollten genügend Spielmöglichkeiten geboten werden.

Individuelle Förderung

Dieser Punkt zählt auch zu dem Kriterium „Umgang mit Vielfalt“, das auch der deutsche Schulpreis berücksichtigt. Jedes Kind hat individuelle Stärken und Schwächen. Diese sollten von der Schule erkannt und entsprechend gefördert und gefordert werden. Ein Nachhilfeangebot kann beispielsweise hierzu beitragen.

Wenn das Kind besondere individuelle Betreuung braucht und seinem eigenen Lerntempo folgen soll, bieten viele alternative Schulformen hier Lösungen an. An Freinet-Schulen beispielsweise bekommen die Kinder wöchentlich einen eigenen Lernplan von der Lehrkraft zusammengestellt.

Toleranz und Respekt statt Mobbing

Schulen können Einfluss darauf ausüben, ob auf dem Schulhof Mobbing stattfindet. Dies geschieht durch Anti-Mobbing-Maßnahmen wie Streitschlichter oder Lehrveranstaltungen.

Bei der Schulauswahl kann außerdem Acht darauf gelegt werden, wie die Schule mit kulturellen Unterschieden umgeht. Ob es eventuell ein Konzept gibt, das den Kindern Toleranz und Respekt beibringen soll. Auch ob die Schule behindertengerecht ist, kann ein Kriterium sein. Dies ist beispielsweise an Förderschulen immer erfüllt.

Schulgeld

Wenn die Auswahl auf eine Privatschule fällt, könnte ein Schulgeld anfallen. Dies soll aber keineswegs davon abschrecken, sich nach Privatschulen umzusehen. Gesetzlich ist nämlich geregelt, dass auch diese Schulen für jeden zugänglich sein sollen. So werden Stipendien angeboten oder Ermäßigungen der Schulgebühren, um die man sich bemühen kann. Viele Privatschulen passen das Schulgeld sowieso an das Einkommen der Eltern an, sodass es zu bewältigen ist.

Zusatzangebote und Schwerpunkte

Jedes Kind hat individuelle Interessen. Wenn es diesen Interessen nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Schule nachgehen kann, freut es sich umso mehr. Deshalb können Eltern sich bei der Suche nach der passenden Schule auch nach diesem Kriterium umschauen. Die Interessen können sowohl in einem schulischen Schwerpunkt als auch in Zusatzangeboten umgesetzt werden. Es gibt zum Beispiel musikalisch ausgerichtete Grundschulen, an denen die Kinder in Wahl(-pflicht)fächern auch Instrumente erlernen. Auch ein Angebot an AGs kann die Schule für das Kind attraktiver machen.

Umgang mit den Eltern

Als Schulkriterium für die Eltern kann gelten, wie die Schule mit ihnen umgeht. Hierzu können aktuelle Eltern an der Schule oder der Elternrat gefragt werden. Auch bei den Lehrern kann sich erkundigt werden, wie häufig und ausführlich Elterngespräche stattfinden.

Erster Eindruck

Bei der Auswahl der Schule kann auch das Bauchgefühl mit einbezogen werden. Wenn das Kind sich bei einem Besuch an der Schule total unwohl gefühlt hat, muss die Suche weitergehen. Ob die Lehrer*innen sympathisch wirken, kann ebenfalls zur Auswahl beitragen.

Die richtige Suche nach der passenden Schule

Nun kennen Sie viele mögliche Kriterien. Um individuell festzulegen, worauf Sie bei der Schulsuche achten möchten, sollten Sie an den jetzigen Stand des Kindes denken. Die aktuellen Stärken, Schwächen und Interessen spielen eine Rolle bei der Auswahl der Grundschule, nicht schon etwa mögliche Berufsaussichten. Die Grundschule ist erst der Anfang der Schullaufbahn und es kann sich noch viel verändern.

Wenn die Kriterien feststehen, ist noch nicht alles getan. Wie soll nun bei der Suche vorgegangen werden?

Vor allem ist es wichtig, dass die Suche rechtzeitig bei Schulreife begonnen wird. Die Grundschulanmeldung beginnt circa ein Jahr vor Schulbeginn. Der Platz an der Sprengelschule ist dem Kind garantiert, aber falls eine andere Schule gewünscht ist, kann es sogar Wartelisten geben.

Ganz zu Anfang kann es helfen, sich im Internet über die in Frage kommenden Schulen zu informieren. Bei der Internetrecherche ist allerdings zu beachten, dass die Webseiten vieler Schulen nicht mehr aktuell sind und dass sie die Schule sehr subjektiv darstellen.

Sobald eine engere Auswahl getroffen wurde, können die Schulen besucht werden. Dafür bietet sich vor allem der jährliche Tag der offenen Tür an, an dem die Schulen sich von ihrer besten Seite zeigen. Hier haben Eltern die Möglichkeit, Lehrkräften und der Schulleitung Fragen zu stellen. Diese Fragen sollten im Vorfeld definiert werden und sich auf die gesetzten Kriterien beziehen.

Entscheidung treffen

Letztendlich muss die Familie entscheiden, welche Schule am Besten zu dem Kind passt. Falls die passende Schule nicht die Sprengelschule sein sollte, muss rechtzeitig mit der Suche begonnen werden. Diese sollte gelassen angegangen werden und gut durchdacht sein. Wenn die Wahl nicht auf die Sprengelschule fällt, muss ein Umschulungsantrag eingereicht werden.

Das deutsche Schulsystem ist so abwechslungsreich, dass es für jedes Kind die passende Schulform gibt.

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